Beleuchtung

Tageslicht oder künstliche Beleuchtung, warme oder kalte Lichtfarben und ist es notwendig, dass Farben erkannt werden müssen?

Welche Beleuchtung die richtige ist, hängt von der Art der Sehaufgabe und dem Sehvermögen der Benutzer ab. Die Qualität der Beleuchtung wirkt sich auf das visuelle Leistungsvermögen des Menschen aus. Sie ist entscheidend dafür, wie genau und wie schnell Details, Farben und Formen erkannt werden.
Eine ausreichende Beleuchtung kann Aktivitätsniveau und Wohlbefinden der Beschäftigten fördern, während eine nicht ausreichende Beleuchtung zu visuellen Überbeanspruchungen führt, die sich durch Kopfschmerzen, tränende und brennende Augen sowie Flimmern vor den Augen bemerkbar machen kann.

Tageslicht oder künstliche Beleuchtung

Eine Beleuchtung mit Tageslicht ist der Beleuchtung mit ausschließlich künstlichem Licht vorzuziehen. Helle Decken und Wände unterstützen dabei die Nutzung des Tageslichts.
Sollte Tageslicht nicht in ausreichendem Maße vorhanden sein, ist zusätzlich eine künstliche Beleuchtung erforderlich.

Lichttechnische Kenngrößen der künstlichen Beleuchtung sind:

  • Beleuchtungsniveau bzw. Beleuchtungsstärke
  • Leuchtdichteverteilung (= lichttechnische Größe für die Helligkeit)
  • Begrenzung der Blendung
  • Lichtrichtung und Schattigkeit
  • Lichtfarbe und Farbwiedergabe
  • Flimmerfreiheit
Beleuchtungsstärke und Farbwidergabe

Beleuchtungsstärke und Farbwidergabe sind abhängig von der Sehaufgabe. Für das Ein- und Auslagern von großen Teilen ist z.B. eine Mindest-Beleuchtungsstärke von 50 lx ausreichend, während bei Arbeiten an PC-Arbeitsplätzen eine Mindest-Beleuchtungsstärke von 500 lx
erforderlich ist. Eine Verringerung des individuellen Sehvermögens kann jedoch eine höhere Anforderung an die Beleuchtungsqualität (z.B. höhere Beleuchtungsstärke) erfordern.

In der Technischen Regel für Arbeitsstätten „Beleuchtung“ (ASR A.3.4) finden Sie Informationen und Mindestanforderungen an Beleuchtungsstärke [lx] und dem Farbwidergabe Index [Ra] für verschiedene Arbeitsbereiche und Sehaufgaben.

Leuchtdichteverteilung

Die Leuchtdichte ist die Kenngröße für die Helligkeit.
Hohe Leuchtdichteunterschiede im Raum sollten durch Reflexionsgrade, Glanzeigenschaften und Farben der Flächen von Möbeln, Tischen, Wänden, Decke und Fußboden vermieden werden.

Lichtrichtung und Schattigkeit

Damit es nicht zu Anstoß- oder Sturzunfällen auf Grund von Schatten kommt, ist folgendes zu beachten:

  • Die Beleuchtung sollte nicht zu schattenarm sein, da dies zur Beeinträchtigung der räumlichen Wahrnehmung führt.
  • Stark gerichtetes Licht, das scharfe Schatten bewirkt, ist zu vermeiden. 

 

Blendung

Störende Blendungen sind unangenehm und treten z.B. bei

  • Direktblendung durch helle Flächen, z.B. Leuchten, Fenster oder beleuchtete Flächen im Raum,
  • Reflexionen durch Spiegelungen hoher Leuchtdichten auf glänzenden Flächen – z.B. auf dem Bildschirm oder
  • Blendung durch Tageslicht

auf und müssen begrenzt werden.

Die Beleuchtungsart und eine entsprechende Anordnung der Leuchten können dazu beitragen, störende Blendungen zu vermeiden. Blendung durch Tageslicht wird durch Verschattungsanlagen, z.B. Jalousien vermieden.

Flimmerfreiheit

Bei künstlicher Beleuchtung können störende Flimmererscheinungen auftreten, die zu Sehstörungen und Ermüdungen führen können.

Die Technische Regel für Arbeitsstätten „Beleuchtung“ finden Sie unter
http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Arbeitsstaetten/ASR/pdf/ASR-A3-4.pdf?__blob=publicationFile