Gefahrstoffe - Havarien - Adsorptionsmittel

Adsorptionsmittel zur Aufnahme flüssiger Gefahrstoffe nach einer Havarie

Gemäß § 13 der Gefahrstoffverordnung hat der/die Arbeitgeber*in rechtzeitig Notfallmaßnahmen festzulegen, um die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten bei Betriebsstörungen, Unfällen oder Notfällen zu schützen.

Havarien in Laboratorien führen meist dazu, dass Gefahrstoffe verschüttet werden. Gründe hierfür können z. B. Unachtsamkeit beim Umgang mit dem Gefahrstoff, ein zerbrochenes Glasgefäß oder ein zerplatzter Glaskolben sein.

Zum Aufnehmen flüssiger Gefahrstoffe werden in der Regel Adsorptionsmittel eingesetzt.

Was ist bei der Notfallplanung zu beachten?

Maximale Aufnahmekapazität des Adsorptionsmittels:

Zur Notfallplanung sind die Mengen zu ermitteln, die maximal freigesetzt werden können. Das geeignete Adsorptionsmittel sollte in der Menge vorgehalten werden, so dass der Inhalt des größten Glasgefäßes aufgenommen werden kann.

Gefahrstoffeigenschaften:

Je nach Art der verwendeten Gefahrstoffe kann es notwendig sein, mehrere Adsorptionsmittel vorzuhalten, z. B. zur Aufnahme

  • verschütteter Säuren,
  • verschütteter Basen oder
  • von brennbaren, öligen oder aggressiven Flüssigkeiten.

 

Gefahren und Schutzmaßnahmen bei der Handhabung:

Für die Handhabung ist eine Betriebsanweisung anzufertigen und die Beschäftigten sind einzuweisen bzw. zu unterweisen, da je nach Adorptionsmittel

  • eine kontinuierliche Zugabe bzw. Verdünnung erfolgen muss,
  • bei der Neutralisation Reaktionswärme frei werden kann,
  • die Stäube aufgrund ihrer basischen oder sauren Eigenschaften ätzend wirken können,
  • das Adsorptionsmittel den pH-Wert der aufgesaugten Substanz annimmt und ätzend wirken kann.

 

Persönliche Schutzausrüstung:

Persönliche Schutzausrüstung, z. B. geeignete Chemikalienschutzhandschuhe oder Schutzbrille ist zur Verfügung zu stellen.

Entsorgung:

Kehrschaufel und Besen sowie Behälter zur Entsorgung der benutzten Adsorptionsmittel sind bereit zu halten.