Grundsätzliches zu Unterweisungen

Was man zum Thema  Unterweisungen wissen sollte

 

Damit die Beschäftigten die mit der von ihnen ausgeführten Tätigkeit verbundenen Gefährdungen erkennen und angemessen bewerten können, müssen ihnen auf ihre individuelle Situation (z.B. Sprachkenntnisse) zugeschnittene Informationen, Erläuterungen und Anweisungen zugänglich gemacht werden, die sie in den Stand versetzen, die Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu verstehen und entsprechend anzuwenden.

Der Arbeitgeber hat daher ausreichend und angemessen zu unterweisen. Die immer auch mündiche Unterweisung umfasst Anweisungen und Erläuterungen, die eigens auf den Arbeitsplatz oder den Aufgabenbereich der Beschäftigten ausgerichtet sind. Die Unterweisung muss bei

  • der Einstellung,
  • Veränderungen im Aufgabenbereich,
  • Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie

vor Aufnahme der Tätigkeit der Beschäftigten erfolgen und muss an die Gefährdungsentwicklung angepasst sein und regelmäßig mindestens jährlich wiederholt werden. Zusätzlich hat eine auf die Situation angepasste Sicherheitsunterweisung zeitnah nach einem Arbeitsunfall stattzufinden. Es ist darauf zu achten das alle Beschäftigten an den Unterweisungen teilnehmen; ggf. muss die Unterweisung mehrfach erfolgen. Die Dokumentation ist Pflicht.

Die Unterweisung wird von den einzelnen Organisationseinheiten selbständig organisiert und durchgeführt. Der Inhalt der Unterweisung ergibt sich aus dem Intranet veröffentlichten Unterweisungshilfen und ergänzend aus den Unfallverhütungsvorschriften. Die Durchführung kann auf eine zuverlässige Person übertragen werden. Die Stabsstelle SI gewährt bei Bedarf Unterstützung z.B. bei Gehörschutz oder Explosionsschutz sowie bei Spezialgebieten der Arbeitssicherheit.

 

Was soll mit Unterweisungen erreicht werden?

Unterweisungen sollen dazu dienen:

-       auf nicht offensichtliche Gefahren und Unfall-/Störfallerfahrungen hinzuweisen,

-       fehlendes Wissen zu erkennen und zu ergänzen,

-       richtiges Verhalten zu erläutern und zu üben um falsche Gewohnheiten zu durchbrechen / zu verhindern,

-       Verbote und Anweisungen zu erläutern,

-       das richtige Einschätzen von Risiken zu üben,

-       Beschäftigten fit zu machen, sich auch bei außergewöhnlichen Zuständen, z.B. Störfällen, richtig zu verhalten (Abb. 1).
 

Unterweisung macht fit

Die Unterweisungsthemen (Unterweisungskatalog) ergeben sich aus den bei der Gefährdungsbeurteilung erkannten Gefährdungen. Die Beschäftigten sollen insbesondere bekannt gemacht werden mit:

-       Verhalten bei Störungen insbesondere Notfällen (Erste-Hilfe, Brandschutzordnung, etc.)

-       Gefahren ihres Arbeitsplatzes und der Arbeitsumgebung,

-       Gefahren des Arbeitsverfahrens/ -stoffe, der Geräte

-       vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen,

-       betrieblichen Anweisungen,

-       richtigen Arbeitsweisen,

-       vorgesehenen Werkzeugen /Arbeitsmittel,

-       richtigem Umgang mit Schutzvorrichtungen,

-       zweckmäßiger Arbeitskleidung,

-       geeigneter persönlicher Schutzausrüstung.

Gleichzeitig gilt es, bei den Beschäftigten Verständnis zu wecken für

-       Vorschriften und Regeln zu ihrer Sicherheit,

-       betriebliche Anweisungen, z.B. Zutrittsverbote, Rauchverbote,

-       betriebliche Maßnahmen, z.B. Sperren bestimmter Betriebsbereiche.

Nicht zuletzt muss die Eigenverantwortung jedes einzelnen klar angesprochen werden.

 

Unterweisen ist jedoch mehr als „belehren”, ist nicht eine einzeln stehende Maßnahme - sie ist ein wichtiger Aspekt der Führungskultur. Unterweisung macht man nicht nur aus gesetzlicher Verpflichtung (siehe Arbeitsschutzgesetz §12, Gefahrstoffverordnung §14 Abs.2, BiostoffVerordnung §12 Abs.2 u.a.). Sie ist zugleich eine ganz normale betriebliche Fortbildung mit dem Ziel, Arbeitsabläufe und das Arbeitsergebnis positiv zu beeinflussen.

Wer ist zuständig für die Unterweisungen?

Die jeweilige Führungskraft trägt die Verantwortung für alle „ihre“ betrieblichen Prozesse. Ihre Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter schließt ein, sie über potenzielle Gefährdungen aufzuklären und sie vor Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren schützen. Grundsätzlich ist also unser Präsidium/ der Kanzler verantwortlich.  In der Praxis wird es/er die Aufgaben der Unterweisung an die Führungskräfte delegieren. Eine solche Regelung ist sinnvoll und effektiv zugleich. Die Vorgesetzten kennen die Arbeitsbereiche, den betrieblichen Alltag ihrer Mitarbeiter mit den möglichen Gefährdungen – und können über die Unterweisung hinaus eben auch Anweisungen erteilen.